Don’t be a Gama in the Land of Lama Ladakh \\ Indien

„Julley“ ist die Begruessung des buddhistischen Volkes der Ladakhis.

Seit Passau hat sich Luca an seine Fahnenstange eine tibetische Gebetsflagge gemastet. Diese wurde von den Leuten aus den Laendern zuvor nur selten erkannt und es wurde manchmal sogar gefragt, ob dies die Deutschlandflagge sei. Doch jetzt sehen wir sie vor uns wehen. Sowie unser Flagge, die schon seit 6 Monaten im Fahrtwind flattert. Ganz Ladakh ist geschmueckt mit den bunten Faehnchen. Ihr macht es euch schoen. Wir staunen nicht schlecht, als wir die ersten Doerfer und Tempel sehen, die an den steilen Felsen gebaut wurden. Ladakhis leben in einer Wuestenlandschaft, mit Bergen, die bis zu gigantischen Gletschern aufragen. Die Flora und Fauna ist begrenzt. Doch hier leben Ziegen und Yak’s die ueber 5000hm in die Steppe wandern. Sie entwickeln ein feines Unterfell. Viele Nomaden leben von dieser Wolle. Die Wolle wird besonders in Srinagar und Leh verkauft. Auch wir erreichen die Stadt der Yogis. Leh Befindet sich auf 3500hm und ist im Winter vom Landweg nicht zu erreichen. Dies gibt dieser Stadt einen sehr urigen Touch. Doch Leh ist ebenso ein Multikulti-Ort. Hier wohnen viele tibetische Fluechtlinge, mit geflohenen Kashmiris und Buddhisten zusammen, sowie dem wachsenden Tourismus aus der aller Welt. Aber auch das Militaer ist seit Srinagar nicht von unserer Seite gewichen. Die Grenze zum befeindeten Pakistan wird ebenso strengst ueberwacht. So finden sich Kriegsparolen wie „Train hard, fight easy“ zwischen Buddhastaturen und Tempeln wider. Das alles macht Leh besonders bunt zum Kontrast der kahlen, nicht endenden Berge um uns herum. Leh und viele Orte in Ladakh sind einzigartig, da es keine Plastiktueten mehr gibt, ebenso gibt es kaum Alkohol, auf der Strasse darf nicht geraucht werden und auf der Speisekare steht kaum noch Fleisch. In den letzten sechs Monaten haben wir eher das Gegenteil erlebt. Wir fahren mal wieder nicht auf den direktesten Weg nach Nepal und lassen den Kompas erwas schaukeln. Wir fahren noerdlich von Leh hinauf, ueber den Kardung La Pass, angeblich die hoechste Strasse der Welt, 5360hm. Wir erinnern uns, wie wir am Anfang unserer grossen Reise immer Hunger hatten, im Iran immer Durst. Seit dem Himalaya wird es nachts sehr kalt. Doch jetzt sind wir schon auf fuenftausend am strampeln. Wenn wir anhalten bekommen wir kaum noch Luft. Wir muessen lachen, was aber vom heiseren Husten wieder gestoppt wird. Dennnoch stehen wir dann, nach ewigen Sepetinen, oben und schauen auf die weissen Riesen, die dir klar machen, dass man so winzig ist wie ein Kruemel. Und das man nicht gegen die Natur arbeiten kann, sondern nur mit. Hinter dem Kardung La Pass erreichen wir das Nubra Valley. Es ist schluchtig und man kann die Felswaende betrachten, die von deinen Fuessen noch mal dreitausend Meter in die Hoehe ragen. Durch das steile Tal weht der Wind den Sand vom riesigen Flussbett. Allein sind wir auf der Strasse in Kashmir und Ladakh nie. Um diese unbeschreiblichen Strassen im guten Zustand zu erhalten, kuemmert sich die „Boarder Road Organisation“ darum. Fuer sie arbeiten Menschen, die in Arbeitscamps leben, in Hoehen von ueber fuenftausend Metern. Sie schlafen in Zelten, haben manchmal sogar keine Toiletten oder Waschanlagen. Zudem tragen sie kaum die notwendige Arbeitskleidung, sondern gerne auch einfach nur Flip Flops. Viele von ihnen kommen aus dem Sueden Indiens. Es ist nicht ausgeschlossen, ob das Kastensystem zu diesen Arbeitsbedingung beitraegt. Immer wieder werden Arbeiter vom Militaer ueberwacht. Wir sind entsaetzt, wie Indien seine Armen mit Fuessen tritt und fotografieren sie mit der Polaroid Kamera und geben warme Socken und Handschuhe.

Fuer uns geht es weiter zum Panggong Lake. Ein See, der von China (Tibet) und Indien geteilt wird. Indien teilt keine Freundschaft mit Pakistan, Myanmar und China. Dem entsprechend ist der magische Panggong Lake wieder einmal verpestet mit aber mal Militaer und Kriegsmaschinen. Unser naechster Pass ist der Chang La Pass, man munkelt das er hoeher ist, als der Kardung La. Doch dieser Pass ist im katastrophalen Zustand. Er ist steil und man koennte an manchen stellen besser auf einem Flussbett radeln als hier. Brutal!!

Die Ladakhis sind kein lautes oder aufdringliches Volk. Sie zeigen einfach nur Zufriedenheit oder wir koennen auch schreiben. „Stille Wasser sind Tief“.

Wir stossen wieder auf den beruehmten Manali Highway. Kurz vor dem Taglang La erleben wir, wie klein die Welt ist. Wir campen abseits von der Strasse an einer versteckten buddhistischen Anlage. Luca spaziert durch das Mondlicht und trifft einen Tourist. Es ist Elias, er ist Spanier und ist auf seiner eigenen Radreise unterwegs zu seiner Schoenheit in Neuseeland. Elias sass mit uns im gleichen Flugzeug von Bishkek nach New Delhi.  http://www.eliasescribano.com/

Am naesten Tag zelten wir auf dem Taglang La Pass (5330hm). Alles was fluessig ist und nicht mit in den Schlafsack gelegt wird, gefriert. Am Morgen darauf klettern wir auf den Taglang Berg (5760hm), der an den Pass grenzt. Seinen eigenen Weg auf einen Berg zu kreieren ist sehr verlockend. „Wir sind auf dem Hoehepunkt unseres Leben.“

Hinter dem Pass bewegt man sich eigentlich bis zum Baralacha La Pass nur ueber viertausend Metern. Bei solchen Hoehen ist es sehr windig. Merkt euch dass: „Man redet nicht ueber den Wind!“ Luca wird von so einer staken Boehe vom Rad gerissen. Zeuge werden wir immer wieder auch von Fracks, von Trucks und Bussen, die von den steilen Klippen gerutsch sind. Wenn man die Fracks 200 m weiter unter sieht, bremst man automatisch ab. Die Strassen sind unberechenbar gefaehrlich, besonders fuer grosse Maschinen. Einige Trucks sind ueberfuellt. Man braucht von Leh bis nach Manali (490km) mit dem Truck zwei Tage.

Menschen koennen ungaublich sein! Wir treffen Ishar – Mohammed, der vorher Maschinenbau gelernt hat, was er hinter sich liegen gelassen hat und in seinem eigenen Land Indien schon seit zwei Jahren zu Fuss unterwegs ist und mit Leh kurz vor seinem Ziel steht. Zu seinem alten Job zurueck zu kehren moechte er auf keinen Fall. Er traeumt davon Bergfuhrer zu werden. Ebenso treffen wir Thomas, der von Passau bis Myanmar laeuft. Er ist schon seit 7 Jahren unterwegs. Er sagt aus Ueberzeugung: „Ich laufe fuer den Frieden.“ Wir glauben ihm.

 

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Julley!!!!

 

 

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